Eine Frau sitzt am Steuer eines Wohnmobils

Welchen Wohnmobil Führerschein brauche ich?

Für unterschiedliche Gewichtsklassen eines Wohnmobils benötigst du auch unterschiedliche Führerscheinklassen. Aber keine Sorge - für viele Wohnmobile und Camper reicht der normale Führerschein Klasse B aus!

Immer wieder kommt es bei dem Thema Wohnmobil mieten zu Verwirrungen und Irrglauben was den Führerschein angeht. Fest steht aber, dass du für die meisten Wohnmobile und Camper, die du mieten kannst, keinen speziellen Wohnmobil Führerschein brauchst und ein ganz normaler Führerschein Klasse B vollkommen ausreicht! Grundsätzlich kommt es jedoch darauf an,

  • wie hoch das zulässige Gesamtgewicht (zGG) deines Reisemobils ist
  • wann, d.h. in welchem Jahr, du deinen Führerschein erworben hast – vor oder nach 1999

Wenn du ein Wohnmobil fahren möchtest, welches ein zulässiges Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen hat, dann musst du dich in Deutschland an die Lkw-Verkehrsregeln halten. Lies dir hierzu die Regelungen am Ende des Artikels durch!

Das Zulässige Gesamtgewicht

Das “zulässige Gesamtgewicht” oder auch synonym verwandt “zulässige Gesamtmasse” spielt vor allem für diejenigen eine Rolle, die ihren Führerschein nach 1999 abgelegt haben. Wir haben dir auf einen Blick zusammengestellt, was du über dieses Gewicht wissen musst:

Was ist das zulässige Gesamtgewicht (zGG) des Wohnmobils?

Das zulässige Gesamtgewicht berechnet sich wie folgt:

Zulässiges Gesamtgewicht (zGG) = Leergewicht + zulässige Nutzlast

Dabei ist zu beachten, dass im Gesamtgewicht alle aufgefüllten Flüssigkeiten (Tank, Frischwasser etc.), deine komplette Campingausrüstung sowie das Gewicht des Fahrers und der Insassen (inklusive mitgeführter Haustiere) beinhaltet.

Wo steht das zulässige Gesamtgewicht (zGG) des Wohnmobils?

Das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs findest du in der Zulassungsbescheinigung Teil 1. So heißt nämlich der Fahrzeugschein seit der EU-weiten Reform im Jahr 2005 offiziell. In der Zulassungsbescheinigung Teil 1 findest du in der Zeile F.1 die “technisch zulässige Gesamtmasse in kg”. Das Gewicht, welches dort ein getragen ist, ist entscheidend für die Führerscheinklasse, die du zum Fahren benötigst!

Zeitpunkt des Führerscheinerwerbs

Der Zeitpunkt, an dem du deinen Führerschein gemacht hast, spielt eine große Rolle dafür, welches Wohnmobil du fahren darfst. Checke vor der Miete oder vor dem Kauf auf jeden Fall, welches Führerscheinformat und welche Fahrerlaubnisklassen auf diesem eingetragen sind.

Führerschein vor 1999 – Klasse 3 – “Der Lappen”

Wenn du deinen Führerschein Klasse 3 bis Ende 1998 erworben hast, dann darfst du Wohnmobile mit bis zu 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht (zGG) fahren.

Außerdem ist das Lenken von Fahrzeuggespannen mit bis zu 18,5 Tonnen Zuggesamtgewicht erlaubt. Diese Gespanne können zum Beispiel Pkw plus Anhänger, Pkw plus Wohnwagen/Caravan oder Wohnmobil plus Anhänger sein.

Allerdings darfst du nach dem 50. Lebensjahr nur noch Fahrzeuggespanne mit bis zu 12 Tonnen bewegen. Wenn du trotz dessen weiterhin Gespanne mit mehr als 12 Tonnen und bis zu 18,5 Tonnen fahren möchtest, dann musst du deinen alten Führerschein in die Scheckkarten-Form umtauschen und zusätzlich die Erweiterung CE79 eintragen lassen. Es fällt alle 5 Jahre ein Sehtest an.

Ab dem 01.01.1999 wurden neue, europaweit geltende Führerscheinklassen von A bis E und ein neues Führerscheindokument in Scheckkartenformat eingeführt. Aus der Klasse 3 wurden damals die Fahrerlaubnisklassen B/BE und C1/C1E. Ab dem 19.01.2013 wurde die nächste “Generation” des Kartenführerscheins herausgegeben. In dieses aktuellste Format musst du deinen Führerschein umtauschen – dies solltest du rechtzeitig tun, um eventuellen Problemen vorzubeugen. Die Fristen für den Führerschein-Umtausch findest du hier auf der Seite des ADACs.

Grundsätzlich steht der Lappen unter Bestandsschutz, was heißt, dass dieser erst einmal weiterhin seine Gültigkeit behält, auch wenn bereits die neue Scheckkarten-Form eingeführt wurde. Allerdings wird bei häufigen Auslandsreisen in der EU dazu geraten, den alten Lappen gegen den neuen Scheckkartenführerschein einzutauschen. So kannst du auf Nummer sicher gehen, falls du im Ausland von der Polizei kontrolliert werden solltest. Vor allem aber solltest du darauf achten, dass dein Führerschein gut lesbar ist und dein Name (Achtung: Heirat!) richtig eingetragen ist.

Führerschein nach 1999 – Klasse B – “Die Scheckkarte”. Wenn dein Führerschein Klasse B nach 1999 ausgestellt wurde, dann darfst du Wohnmobile mit bis zu 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht (zGG) bewegen.

  • Außerdem dürfen Kraftfahrzeuge mit Anhänger gefahren werden, wobei das zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs maximal 3,5 Tonnen und das des Anhängers maximal 750 kg betragen dürfen.
  • Wenn das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers mehr als 750 kg beträgt, dann darf die Fahrzeugkombination 3,5 Tonnen nicht übersteigen.

Wenn du ein Pkw-Anhänger-Gespann fahren möchtest, bei welchem das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers mehr als 750 kg beträgt, und das zulässige Gesamtgewicht der Fahrzeugkombination zwischen 3500 kg und 4250 kg liegt, dann benötigst du eine Eintragung der Schlüsselziffer 96. Dazu muss eine Fahrerschulung von mindestens 7 Stunden laut Fahrerlaubnis-Verordnung Anlage 7a durchgeführt werden. Die Kosten für eine B96-Erweiterung liegen bei rund 300 bis 600 Euro.

Falls du ein Wohnmobil mit mehr als 3,5 Tonnen fahren möchtest, dann benötigst du einen Lkw-Führerschein Klasse C1. Damit bist du berechtigt, Kraftfahrzeuge mit bis zu 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht und einem zusätzlichen Anhänger von bis zu 750 kg zu bewegen. Je nach Fahrschule und Bundesland kann der C1 Führerschein zwischen 2500 und 3000 Euro kosten.

Verkehrsregeln für Wohnmobile ab 3,5 Tonnen

Sobald du ein Wohnmobil führst, welches ein zulässiges Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen hat, musst du dich in Deutschland an die Lkw-Verkehrszeichen halten. Beispielsweise gilt für dich dann ein Tempolimit von 100 sowie ein Überholverbot auf den deutschen Autobahnen.

Über den/die AutorIn

Jana Schäfer

Ist auf der Suche nach mehr Sonne & für Liebe nach Portugal ausgewandert. Nimmt sich selbst nicht zu ernst und genießt lange Wanderungen in den Bergen... vor allem, wenn am Ende der Tour das kühle Nass wartet!

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